Wollläuse, Spinnmilben & Co. richtig erkennen - Orchideenzentrum

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Schädlinge bei Orchideen

Wollläuse, Schildläuse und Spinnmilben sicher biologisch bekämpfen!

Woll- und Schmierläuse (Pseudococcidae)

Beschreibung des Schädlings:
Die eigentlichen Wollläuse sind oval, bis zu 0,5 cm
gross. Sie haben eine weisse, hellbraune oder rosa Färbung und sind mit Querrillen am Rücken ausgestattet. Wollläuse bedecken sich mit einem weissen Gespinst aus Wachs und bewegen sich nicht oder nur äusserst langsam fort. Zuerst fallen nicht die Tiere, sondern dieses weissen Gespinst an befallenen Pflanzen auf, welches an Wattebäuschchen erinnert. Entfernt man diesen Schutz, werden darunter die eigentlichen Läuse und evt. ihre gelblichen Eier sichtbar.

Schmierläuse dagegen umgeben sich mit einem schmierigen, puderähnlichen Staub.

Wissenswertes:
Obwohl sie doch doch völlig verschieden aussehen, zählen die Woll- und Schmierläuse zu der Gruppe der Schildläuse. Sie sind Pflanzensäfte saugende Insekten, die sich bevorzugt an den Blattachseln der Orchideen aufhalten. Auch hier stellt die Ummantelung ein Schutz vor Fressfeinden sowie chemischen und physikalischen Einflüssen (z.B. heftiger Regen) dar.

Bei Woll- und Schmierläusen kommen hauptsächlich Weibchen vor, die zur "Jungfernzeugung" (Parthenogenese) fähig sind, d.h. Männchen werden für die Fortpflanzung nicht unbedingt gebraucht. Die Weibchen legen bis zu 500 Eier ab, um für Nachwuchs zu sorgen. Zunächst schlüpfen aus den Eiern Larven, die in der Lage sind, sich fortzubewegen. Es gibt aber auch Arten, die ihren Nachwuchs lebend gebären. In beiden Fällen können in jedem Jahr mehrere Generationen entstehen. Wollläuse sind ausserdem mehrjährig. Dies alles erklärt die oft massenhafte Verbreitung innerhalb von kurzer Zeit. Woll und Schmierläuse sind wahre Künstler, wenn es darum geht, die Gelege zu verstecken. Nicht nur offensichtliche Stelle wie z.B. die Blätter werden dazu verwendet. Teilweise liegen die Eier im Substrat, in Blattachseln oder Hüllblättern, sodass ein Befall sehr lange übersehen wird. Typisch ist auch ein Rückzug der Schädlinge, der solange andauert, bis die Bedingungen wieder besser sind. Sie tauchen manchmal nach Monaten der Ruhe plötzlich wieder massenhaft auf. Daher wechseln Sie bitte Ihr Orchideensubstrat vollständig aus und entsorgen sie dieses nicht im Komposthaufen, sondern direkt in die Restmülltonne. Verwenden Sie bitte ausschließlich die Orchideensubstrate des Orchideenzentrums, so wird ein Eintrag über das Orchideensubstrat ausgeschlossen!

Sie sehen, eine konventionelle Bekämpfung ist schwierig und langwierig! Wir helfen Ihnen dabei!

Symptome / Schaden:
Zunächst einmal schädigen Woll- und Schmierläuse durch das saugen von Pflanzensaft an den Blattadern. Natürlich fehlt dieser Pflanzensaft, das Opfer wird geschwächt. Damit aber nicht genug: Die Läuse geben Sekrete an die Pflanze ab, die diese zu biochemischen Vorgängen anregen, die den Läusen zugute kommen. Dabei wird die Pflanze zusätzlich geschwächt. Die Läuse sondern Fructose ab, die ein idealer Nährboden für Pilze darstellt. Diese Pilze führen oftmals zu einer Sekundärinfektion, welche die Orchidee zusätzlich schwächt. Auch auf Ameisen wirkt die Fructose unwiderstehlich. Sie betreiben regelrecht eine Pflege der Läuse, schützen sie vor Feinden, melken die Fructose ab und gründen in der Nähe neue Staaten. Achtung! Saugende Insekten übertragen auch Viren auf andere Pflanzen.
All diese Einflüsse lassen die Blätter der Orchidee welken und führen zum Blattverlust. Es werden Verfärbungen sichtbar, Blätter verformen sich und Blüten welken. Bei einem sehr starken Befall ist die ganze Pflanze mit weissem Gespinnste eingehüllt und die Blätter sind durch die ausgeschiedene Fructose verklebt.

Prävention:
Auch wenn es immer etwas selbstverständlich klingt: gesunde Pflanzen sind der beste Schutz vor Läusen. Auch Pflanzen sind ihren Feinden nicht immer ganz wehrlos ausgesetzt. Auch sie haben Abwehrstoffe, die Schädlinge fern halten. Deshalb werden meist gestresste oder geschwächte Pflanzen befallen, da dieser Schutz dann wegfällt. Eine sehr sinnvolle Ergänzung Ihres Substrates ist OrchidPower, welches durch seine substratoptimierenden Eigenschaften und Substanzen auch im Vorfeld wirksam ist!

Ständige Kontrollen sind ein weiterer wichtiger Schutz. Befallen werden meist hartlaubige Orchideen, wie etwa Phalaenopsis sowie Cattleya. Denken Sie bei der Begutachtung Ihrer Pflanzen bitte auch an die Blattunterseiten!



Schildläuse (Coccina)

Beschreibung des Schädlings:
Schildläuse sind zwischen 0,5 bis 5 mm groß. Die weiblichen Tiere bedecken sich zum Schutz mit einem gewölbten Schild. Während Tiere mit Schild unbeweglich sind, können sich die juvenilen Tiere, die noch kein Schild besitzen, fortbewegen. Dieses Schild kann rund oder länglich sein. Lässt sich das Schild abheben, handelt es sich um eine Deckelschildlaus. Bei Napfschildläusen ist das Schild fest mit der eigentlichen Laus verbunden. Ausserdem ist es deutlich höher gewölbt.

Wissenswertes:
Schildläuse gehören, wie die meisten Pflanzenläuse, zu den Schädlingen, die sich blitzartig und massenhaft vermehren können.
Möglich ist eine geschlechtliche, und eine parthenogenetischen Vermehrung (Jungfernzeugung). Die Reproduktion geschieht oft durch Eiablage unter dem Schild. Einige Arten sind lebendgebärend. Sie durchlaufen nach dem Schlüpfen mehrere Larvenstadien. Zu Beginn sind sie beweglich und können sich so leicht verbreiten. Die weiblichen Tiere mit Schild sind zwar bewegungsunfähig, die Männchen jedoch sind und bleiben bewegungs- und flugfähig. Die Lebenszeit der Männchen beschrränkt sich auf nur wenige Tage, während die Weibchen viele Monate alt werden können. Unter günstigen Bedingungen werden mehr Weibchen hervorgebracht, bei ungünstige Bedingungen entstehen mehr Männchen. Die Population kann sich demzufolge ändern, um bei Bedarf die Beweglichkeit zu verbessern und so einen Ort mit besseren Bedingungen zu finden.

Weltweit gibt es mehrere tausend Schildlausarten. In unseren Breiten sind es aber nur knapp 200 Arten. Diese Arten lassen sich in vier Gruppen einteilen:

  • Deckelschildlaus
  • Napfschildlaus
  • Wolllaus
  • Schmierlaus

Symptome / Schaden:
Hauptsächlich schädigen Schildläuse durch das Saugen von Pflanzensaft an den Blattadern. Gerne saugen sie an den Blattadern hartlaubiger Pflanzen, daher sind die Gattungen Cattleya und Phalaenopsis häufig betroffen. Weibliche Tiere besitzen einen Saugstachel, mit dem sie die Pflanzensäfte aufnehmen können. Dabei geben die Läuse Sekrete an die Pflanze ab, die diese zu biochemischen Vorgängen anregen, die den Läusen zugute kommen. Dabei wird die Pflanze zusätzlich geschwächt. Die Läuse sondern Fructose ab. Die Einstichstellen sind ideale Eintrittspforten für Pilze, die ausgeschiedene Fructose wirkt zudem wie ein Nährmedium. Auch sie können gefährliche Viren auf Pflanzen übertragen!
All diese Einflüsse lassen die Blätter der Orchidee welken und führen zum Blattverlust; es werden Verfärbungen sichtbar, Blätter verformen sich, Blüten welken.



Spinnmilben (Tetranychidae)

Beschreibung des Schädlings:
Die echte Spinnmilbe (Tetranychidae) ist ca. 0,3 - 0,5 mm gross. Oftmals ist die Färbung eher grün und abhängig von der aufgenommenen Nahrung. Sie bilden feine Gespinste aus, in denen sich die Tiere gern aufhalten.
Die falschen Spinnmilben (Tenuipalpidae) hingegen sind kleiner (0,25mm) und bilden keine Gespinste aus.
Alle Spinnmilben gehören zu den Spinnentieren. Sie besitzen im erwachsenen Zustand 4 Beinpaare.

Wissenswertes:
In den von der echte Spinnmilbe gebildeten Gespinsten leben mehrere Generationen zusammen. Sie reproduzieren sich sehr schnell. Aus den Eiern entwickeln sich innerhalb von 10-20 Tagen die adulten Tiere. Die Larven besitzen nur 3 Beinpaare. Bei der echten Spinnmilbe wirken sich tiefe Temperaturen und feuchte Luft ungünstig auf die Reproduktion aus. Zudem kann sich die Entwicklungszeit der bereits geschlüpften Larven verlängern. Verbessern sich die äußeren Bedingungen, kann es daher sehr schnell zu einem plötzlichen Massenbefall kommen. Vertreter der echten Spinnmilbe können weite Strecken überwinden.

Für uns relevant, sind folgende Arten:
  • Tetranychus cinnabrinus
  • Tetranychus urticae (auch gemeine Spinnmilbe genannt)
  • Tetranychus bimaculatus
  • Tetranychus telarius

Die falschen Spinnmilben sind in ihren Bewegungen langsamer und leben als Einzelgänger. Sie bevorzugen hohe Temperaturen. Da sie aus den Tropen stammen, brauchen sie jedoch im Gegensatz zu den echten Spinnmilbe eine hohe Luftfeuchtigkeit. Am häufigsten kommt Tenuipalpus pacificus an Orchideen vor. Sie wird deshalb auch als Orchideenspinnmilben bezeichnet. Der Vermehrungszyklus erstreckt sich meist über viele Wochen oder Monate. Eine massenhafte Vermehrung wird man daher eher nicht beobachten. Sie haben jedoch aufgrund ihrer Grösse und der fehlenden Gespinste meist viel mehr Zeit zur Entwicklung, da sie erst durch den Schaden erkannt werden.

Da Spinnmilben sehr leicht sind, werden sie z.B. leicht durch den Wind oder Ventilatoren übertragen.

Symptome / Schaden:
Echte Spinnmilben geben nach dem Biss einen Verdauungssaft an die Zelle ab, dass zunächst für ein Auflösen der Zellmembranen und Organellen sorgt. Auf diese Weise entsteht ein Saft, der von den Tieren aufgenommen werden kann. Durch diesen Vorgang dringt Luft in die oberen Strukturen des Blattes ein - es entsteht ein silbriger Glanz der Pflanze.

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